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Mozilla, baby!

antville.org
 Thursday, 8. March 2001 

More evidence that my mind is slowly fucking up: Tonight I dreamt that I was part of a murder complot. We were three people, and we conspired to kill the same person at the same time, but each in his own separate hotel room. What I find disturbing is not so much the murder itself, because it wasn't real - the person we were going to kill didn't even appear in the dream, and the whole thing revolved more around the peer pressure aspect of it - but the fact that our plan didn't seem illogical to me at the time. I attribute this to too much Hop work. (The Hop's data model would allow one person object to be contained in 3 hotelroom objects at the same time.)

Also, my partners in the conspiracy were Michi and Matthias Platzer who helped me fix some huge Hop bugs shortly before going to sleep yesterday. Yikes! Gotta stop this working late habit! And no more Tiefkühlpizza past midnight.

So the good news is that I'm taking some time off next week. On Monday (I think) I'll drive to Prague with Makotter and others, and from thursday on I'll spend a few days in Berlin with Tom and friends. I haven't been to Prague or Berlin before - can you believe this?

It's a nice pre-spring day today, I'm gonna take a walk to the station and catch some sun. And just in case you worry about me: don't! I'm having a great time, and it's the first time in my life that I'm dreaming stuff like that ;-)

Today I'm trying some baby food. Tom Fürstner used to be a big fan of those.

"Hätte eine deutsche Regierung durch Errichtung eines Monstreateliers, durch Bezahlen einer Presse, die ihn als größten Maler aller Zeiten feierte, beizeiten seiner maßlosen Eitelkeit genügt, ich glaube, er wäre auf ein höchst ungefährliches Gleis rangiert worden und wäre nie auf den Gedanken gekommen, die Welt in Brand zu stecken." Ein gewisser Friedrich Percyval Reck-Malleczewen bei Praschl über seine Begegnung mit Hitler in der 20ern. Ein paar Jahre später hätte das wohl nicht mehr gereicht: "Ich war mit dem Wagen in die Stadt gekommen, und da die Straßen damals, im September 1932, schon recht unsicher waren, hatte ich eine schußbereite Pistole bei mir und hätte ihn damals in dem nahezu menschenleeren Lokal ohne weiteres abschießen können."

lnk + 4 cmt (kris, p3k, katatonik, hns)
 Wednesday, 7. March 2001 

Ich fühl mich geschmeichelt. Mehr sag ich nicht, um eine Linkeskalation zu vermeiden.

Turbulenter Vormittag. Wie ich vorgestern abend heimfahren wollte hatte meine Mofette plötzlich keine Luft mehr im Hinterreifen, weswegen ich jetzt zwei Tage zu Fuß oder mit Bim und Taxi unterwegs war. Heute endlich habe ich die Willingers avisiert, sie mögen das Gefährt zur Reparatur abholen kommen. Beim Mittagessen erzähle ich das den pools, und einer sagt: Vielleicht hat ja nur jemand die Luft rausgelassen, und man kann den Reifen wieder aufpumpen. Ich war total baff, nie wäre ich auf die Idee gekommen, der Reifen könnte nicht aufgestochen worden sein. Ich hab dann das Mittagessen abgebrochen, rauf zur Mofette und tatsächlich war's so. Die Luft hält, sogar 2,1 bar obwohl nur 1,8 reingehören. Den Herrn Willinger hab ich grad noch erreicht, als er sich vom Mittagstisch erheben und abdampfen wollte.

Es ist schon gut, von scharfsinnigen Leuten umgeben zu sein. Fragt sich nur, was die Geschichte über meinen Geisteszustand aussagt.

Chris hat Recht, Dave Winers A Little IDL ist ungefähr so sinnvoll wie ein Bier, das man direkt ins Klo schüttet. Will Conant trifft den Nagel mit diesem Posting auf den Kopf: IDLs sind sowieso nur was für type-safe languages, die brauchen dann allerdings auch die genaue Typdefinition der Parameter. Systeme wie Hop und Frontier werden nie was damit anfangen können, weil sie gar keine Remote Stubs verwenden. Mit dem XML-RPC-Client im Hop beispielsweise kann man auch ohne IDL alle XML-RPC-Funktionen nativ aufrufen. Der Nachteil ist natürlich der, dass typbedingte Fehler hier erst auf der Serverseite (also relativ spät) auffliegen.

Schon witzig, die schmuddelige XML-RPC for Java-Seite ist eines der meistabgefragten Dokumente hier. Heute kriegt sie ein schöneres Zuhause.

lnk ~ cmt
 Tuesday, 6. March 2001 

Heute: Wie Peter Praschl das affektiv-affirmative Linken zum lästigen Bloggerzirkel-Phänomen erklärt und dabei Ziel einer affektiv-affirmativen Link-Orgie wird. What happen? Na gut, gleich vorweg, die rituelle Sympathiebezeugung von A nach B und zurück von B nach A nervt wirklich. Aber kann es sein, dass unsere Ratio da etwas wichtiges ausblenden möchte? Dass das interessante an Weblogs doch nicht nur deren Inhalt ist, und ob er jetzt von Profis oder Amateuren oder Jesuitenmönchen kommt?

Walter Ong schreibt in "Oralität und Literalität" (1982): "Mehr als jede andere Erfindung hat das Schreiben [auf feste Gegenstände, Hns] das menschliche Bewußtsein verändert. Das Schreiben ermöglicht das, was man "kontext-freie" Sprache oder "autonomen" Diskurs nannte, einen Diskurs also, der nicht wie die orale Rede befragt oder angefochten werden kann, weil er sich nämlich von seinem Autor unabhängig gemacht hat."

McLuhan sprach in dem Zusammenhang von der Fähigkeit zu "agieren, ohne zu reagieren", die der Mensch mit dem Alphabetentum erworben hat.

Peter Praschl ist quasi das Paradebeispiel des "literarisierten Menschen". Er ist gewöhnt, hinter seine (meist verdammt guten) Texte zurückzutreten und sie für sich selbst sprechen zu lassen. Zu einem gewissen Grad trifft das auf uns alle zu: wir sind gelernte Papierleser und -schreiber. Das Web aber und Weblogs im besonderen bringen Eigenschaften mündlicher Kommunikation zurück ins Schreiben: Fluss, Lokalität (url), Bezugnahme (href) und eben gegenseitiges Wahrnehmen. Vielleicht ist das revolutionäre (und für viele unheimliche) an Weblogs deshalb letzendlich doch nicht, dass jetzt alle Literaten und Journalisten werden, sondern dass der "watercooler talk" ab sofort weltweit ausgetragen wird.

Kathrine Kveim: The World Wide Web - an instance of Walter Ong's Secondary Orality?

Chris meint Lucene und Hop wären ein nettes Paar. Shit yes!

Classpath.de und Jim Roepcke entdecken Hop.

Henso-Jutsu: Die Kunst der Täuschung.

Grossartiger Artikel über Disturbing Search Requests bei Village Voice. Gibt es eigentlich ein Best-of-DSR?

lnk + 7 cmt (chris, chronistin, mkt, hns, h_h, p3k)
 Monday, 5. March 2001 

Zitatfund auf P3k: "Nicht alle Bastler sind harmlos."

Der Ausdruck Fritz-Forschung spricht etwas in mir an, mein Arbeitsrechner heisst fritz, benannt nach einem der fabulösen Magistris-Brüder.

Apropos P3k, irgendwie erinnert mich Jack Saturn immer an Tobi und ich weiss nicht warum. Das Aussehen ist es nicht unbedingt, die Frisuren sind ja quasi entgegengesetzt. Tobi selbst fand sich dereinst bei Jacks Anblick ja an Helge Schneider erinnert.

Msg to brain: shut up and do some work.

lnk + 2 cmt (p3k, hns)
 Sunday, 4. March 2001 

"Ziel der Aktion "leichter leben" ist es, übergewichtige Menschen zu motivieren, innerhalb von drei Monaten auf vernünftige Art und Weise 3 bis 5 Kilo abzunehmen." Na gut, was sich der ORF da ausgedacht hat ist zwar als landesweit ausgetragene Aktion etwas peinlich, schaden wird's den meisten aber schon nicht. Dann aber kommt der dicke Brocken: "Der gesamtösterreichische Gewichtsverlust wird in Form von Lebensmitteln für hungernde Menschen in Afrika gespendet." Man möchte das nicht glauben, aber so steht es da und so ist es gemeint: Unterernährte Afrikaner müssen quasi als dramaturgische Pointe herhalten, verleihen einer fragwürdigen Aktion die "notwendige Tiefe", werden mit einem Sack Mehl oder Reis belohnt, wenn Herr Pepi Österreicher brav mitspielt und die entsprechende Anzahl an Leberkässemmeln abschwitzt. "Komm, wenn wir jetzt den Fressimpuls überwinden, dann kriegen die da unten auch mal was." An Menschenverachtung ist das schwer zu überbieten. Leider scheint das niemandem aufgefallen zu sein, jedenfalls nicht am Küniglberg.

Peter Praschl erwähnt in Was ist eigentlich ein Weblog? den Hop und fragt sich, warum er nicht so populär ist wie andere Tools. Ich würde sagen wir sind noch nicht ganz soweit. Der Hopfen gärt noch, und zwar mehr oder weniger under cover of obscurity. Demnächst geht diese Phase allerdings zu Ende, was in mir abwechselnd Panik und freudige Erwartung auslöst. Mittelfristig stehen die Chancen zur vorübergehenden Weltherrschaft nicht schlecht :-)

Freshmeat: "Most porn coders do share code and ideas like this, often without receiving any compensation except the fact that they know they'll get some goodies in return."

lnk + 1 cmt (h_h)
 Saturday, 3. March 2001 

Kween of Japan Oje! Gross angekündingt und dann verpasst, das Queen of Japan Konzert. Und überhaupt, von wegen Queen of Japan, die heissen doch Kween!

Stattdessen war ich bei der Murmel-Prerelease-Fete.

Ein sehr guter Freund namens Tomsel hat mir dort erzählt, dass er erst seit henso.com weiss, dass ich in einer völlig anderen Welt lebe. Ich schätze er hat recht. Auf helma.at habe ich mich immer sehr zurückgehalten.

Auf einem Fernseher beim Murmelfest lief Wiener Brut. Ich muss diesen Film haben! Leider zeigte sich der Besitzer der Videokasette äusserst unkollaborativ. Als ich ihm sagte, dass ich den Film haben muss, schaute er nachdenklich als hätte er keine Ahnung, wie er zur Lösung dieses Problems beitragen könnte. Note to self: be more explicit.

Apropos Fernseher, auf dem Heimweg habe ich einen auf der Strasse gefunden und auf dem Rücksitz meines Rollers mitgenommen. Ein wunderschöner kleiner holzfurnierter Sony, schätzungsweise 60er oder 70er Jahre, aber schon Farbe und es steht "Trinitron" drauf. Allein die Regler sind eine Augenweide! Erwartungsgemäss ist er kaputt. Es wird wohl schwierig sein ihn wieder hinzukriegen, vor allem bis zum Formel-1 Rennen heute nacht. Vielleicht kauf ich mir doch noch einen neuen, wenigstens übergangsweise.

Doc Searls on Positioning and how you can't fake it in the long run: "When you consider that Apple comes from Steve Jobs, and Steve Jobs comes from Art, lots of other things make sense, from his rejection of cloners (what artist wants to be cloned?) to his disinterest in the opinions of developers and customers (whose job is to admire and buy his art, not to originate it)."

lnk + 2 cmt (gung, balu68at)
 Friday, 2. March 2001 

I finally packaged the henso application. It's at http://helma.org/download/modules/. Sorry for the delay! It's very well possible that I made some dumb mistakes, and the thing won't run on your box. If so, let me know.

Happy birthday Frau Langreiter! Vanilla 0.5 is coming with giant steps and will probably kick everybody's butt!

Another Tyrolean Wunderkind, Hans Platzgumer, is playing viennese B72 today with his new band, Queen of Japan. Thanks Euroranchens for making me know!

And thanks again to Euroranch - this is hilarious!

lnk + 1 cmt (chris)

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