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Mozilla, baby!

antville.org
 Monday, 1. October 2001 

Bon jour! Die mitteleuropäische Sonne, diese Sau, scheint so hell auf Wien, dass die Stadt selbst himmelblau-gelb leuchtet. Je weiter im Hintergrund, desto gelber und heller. Am Horizont ist es so hell, dass es blendet, und der Farbunterschied zwischen der letzten Hochhaussilhouette und dem angrenzenden Himmel ist nur mehr ein winziger, kleiner als vom letzten Hochhaus zum vorletzten. Aber sie leuchtet nur, die Sonne, wärmen tut sie nicht mehr bzw nicht mehr genug. Update: Ist ja doch ganz warm. Sorry für die Sau.

Gedanken zum mongolischen Boodog-Rezept (gestriges Posting ganz unten): Ich stelle mir vor wie es wäre, wenn jede besser ausgestattete westliche Wohnung einen verfliesten Raum zum Schlachten von Ziegen und Schafen hätte. Man läedt Freunde zum Essen ein und aus einem Nebenraum der Küche hört man das vertraute Gemeckere und Geblöke. Dann bindet sich der Hausherr eine Gummischürze um und verschwindet für zehn Minuten. Das Blöken hört auf. Die Gäste sitzen derweil im Wohnzimmer und trinken und scherzen.

lnk ~ cmt
 Sunday, 30. September 2001 

Hu?!? Consider me teased.

An unserem letzten Tag in Cefalú haben wir Hannes Stiebitzhofer getroffen. Er sass in einem Liegestuhl am Hotelpool nur wenige Meter vom Ort entfernt, an dem Herr Mkt Screen-Layouts für Euroranch Neu in sein Notizbuch kritzelte. Die Überraschung war gegenseitig.

Ich habe einen Sack voll Rotkappen im Kühlschrank und bin auf der Suche nach einem Rezept für heute abend. Es sollte einfach sein. Die weltbesten frischgemachten Tagliatelle mit Steinpilzen und panierten Schwammerln mit Knoblauchsauce gab es schon gestern bei K+F.

Danke für die zahlreichen Tipps. Die richtige Antwort war "Risotto".

Die Mongolei dürfte nicht nur landschaftlich, sondern auch essensmässig eines der kärgsten Länder dieser Welt sein. Ich war nie dort, aber meine Schwester berichtet, die Menschen dort kennen nicht mehr als 6 oder 7 Gerichte, von denen die meisten allerdings Festtagsessen sind. An normalen Tagen gibt es zum Frühstück, zu Mittag und am Abend fettes Hammelfleisch mit Haut und Haaren. Ausser Salz werden keinerlei Gewürze verwendet. Eine Nudelsuppe beispielsweise ist etwas besonderes. Allerdings kann es vorkommen, dass in den Nudeln Schamhaare kleben, was nicht angenehmer wird, wenn die Gastgeber wohlwollend beim Essen zuschauen und die einzigen Menschen im Umkreis von Meilen sind.

Angesichts solcher Unannehmlichkeiten relativiert sich das einzig schlimme das uns essensmässig in Sizilien passiert ist: eine Trattoria, die etwas besonderes sein wollte (jedenfalls hat sie das über ihre Preise signalisiert), deren Essen aber eher enttäuschend war. Der Betreiber mit seinem gepfelgten, graumelierten Bart machte auf Auskenner. Wenn ich mich mit ihm eingelassen hätte, hätte er das flachsige Fleisch wahrscheinlich mit biologischer Tierhaltung erklärt und das funghiforme Etwas, das auf der Karte als Steinpilze deklariert war mit lokalen oder saisonalen Gegebenheiten.

Gestern bei der Eröffnung des Zoom Kindermuseums fragte ein Kinder-Entertainer die versammelte Kinderschar, wie man "die Menschen nennt, die am Nordpol leben". Darauf erklärte ein zirka zehnjähriger Knirps aus dem Publikum über das hingehaltene Mikrofon, dass diese Menschen nicht Eskimos, sondern Inuit genannt werden wollen. Das war relativ neu für mich, und ich war dementsprechend baff. Ich versuchte mir vorzustellen, wie das Kind gelernt hatte, dass man die Eskimos Inuit nennen soll, von den Eltern oder in der Schule.

Was mir aber als schräg ins Auge sprang war der Gegensatz zwischen der Anstrengung, die korrekte Bezeichnung für diese Menschen zu erklären und ihre absurd falsche Umschreibung als "Menschen, die am Nordpol leben". Ich schätze dass die Strenge des Umlernens auf der einen Seite die lustige Lockerheit auf der anderen erforderlich macht (unterhaltungstechnisch). Fragt sich ob die Inuiten als "Menschen, die am Nordpol leben" beschrieben werden wollen.

Eskimo heisst übrigens in der Sprache eines anliegenden Indianerstammes soviel wie "Rohfleischesser". Der Kinder-Entertainer meinte, dass die Menschen dort oben zwar rohes Fleisch essen mögen, aber trotzdem nicht so genannt werden wollen. Sonst könnten sie im Gegenzug ja auch die unter uns, die zufällig gern Spaghetti essen, Spaghetti-Esser nennen. Prinzipiell handle es sich aber um nette Menschen, sagte er.

Mongolian Cuisine, Mongolian Meat Dishes. "Let's make a goat boodog. First of all you need to kill the goat. We will typically hit the goat with an axe between the antlers and then cut his throat. When the goat dies, remove the head and hang the goat. Once the carcass is hung, you need to strip the skin off very carefully. Don't make any holes in the skin. When you have striped the skin to the knee on the 2 forelegs stop. Leave the skin attached there."

Don't try this at home. Und wenn dann nur in einem ausgefliesten Raum.

Das Sissi Kafe Hause in Ulaanbaatar - sicher eine interessante Erfahrung.

lnk + 2 cmt (stefan, kris)
 Saturday, 29. September 2001 

Listening to classical music, finishing the book (deutscher Titel Mister Aufziehvogel), restocked the fridge.

Negativ: überfüllte Döner-Sandwiches, bei deren Verzehr Sauerei quasi zwingend erfolgt. Passiert bevorzugt dort, wo die Dichte der Kebab-Läden hoch ist, zum Beispiel Naschmarkt.

LimeWire: Open-Sourcing helps set a Gnutella standard

lnk ~ cmt
 Friday, 28. September 2001 

we are back.

we are italian.

ich glaube ich verspreche nicht zuviel wenn ich sage: tonight at the rhiz.

Alter Fuchs!

lnk + 6 cmt (earl, grob, hns, chris, katatonik)
 Monday, 17. September 2001 

Die wilden Gerüchte sind wahr: ich fliege morgen nach Sizilien. Für zehn Tage. Mit dem Herrn Mkt. Ich glaube noch nie hab ich einen Urlaub so nötig gehabt wie jetzt. Ich kann's noch gar nicht glauben - draussen regnet es und es ist kalt. Dort hat's gerade 27.4°.

Help save the youth of America. Ich kenne das Lied seit ich 17 oder 16 bin, diese Platte war ein wichtiger Meilenstein in meiner Musiksozialisation, aber ich verstehe es erst jetzt wirklich.

Ganz vergessen dass Pakistan eine Nuklearmacht ist. Oops!

Oh wie sensibel die Führer der westlichen Welt sind, und wie gut sie ihre Worte wählen. Da spricht Bush zum Beispiel von einem Kreuzzug gegen den Terrorismus (crusade against terrorism), obwohl ihm doch bekannt sein sollte, dass der Begriff Kreuzzug bzw. Kreuzritter im Osten eine etwas andere Bedeutung hat als im Westen und von niemand anderem als Osama bin Laden verwendet wird, um Moslems weltweit gegen die im arabischen Raum stationierten Amerikaner aufzuhussen. Die Wirkung der Phrase in den Schlagzeilen islamischer Zeitungen ist unschwer zu erraten - möglicherweise eine massenpsychologische Katastrophe. Und Tony Blair wird in diesem Artikel folgendermassen zitiert: "I think the whole of the civilised world will stand together ... I can assure you, I think, that whole of Europe will stand with America on this." Es ist möglich, dass das Zitat durch die Auslassungen verfälscht wird, aber von zivilisierter Welt zu sprechen und die islamische Welt nicht einzubeziehen halte ich in diesen Tagen für unklug.

Natürlich handelt es sich um einen Anschlag auf die zivilisierte Welt - Bin Laden ist ein blutrünstiger, maschinengewehrballernder Kriegsherr. Man kann damit aber auch vernünftig argumentieren, wie etwa Johannes Rau, der meint, man müsse deshalb versuchen, mit zivilen Mitteln darauf zu antworten.

Ein doch etwas überraschender Artikel, wonach die Regierung Bush den Taliban erst kürzlich mit 43 Millionen US$ ausgeholfen hat. Als Anerkennung für die amerikafreundliche Drogenpolitik. Sorry für den Sarkasmus.

lnk + 6 cmt (goldchen, hns, hannes, lollo, chris)
 Sunday, 16. September 2001 

Ich frage mich, ob es ein Zufall ist, dass das auch an einem 11. September passiert ist.

Eine Petition an den Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Obwohl Bush zur Besonnenheit aufzufordern etwas absurdes und hoffnungsloses hat. Ich hoffe auf die Vernunft seiner Berater.

Susan Sontag in der FAZ: "Unsere Stärke wird uns nicht helfen". Mehr Susan Sontag: "Lassen Sie uns gemeinsam trauern. Aber lassen Sie uns nicht gemeinsam dumm sein." Beide Links via Eleph.

Lots of interesting thoughts in today's Davenet. Don't trip over the wires.

Andrea hat Interessantes - Links und Geschichten - zu Afghanistan.

Katatonik ist aus dem Urlaub zurück.

Im Trubel der letzten Tage hat das auf Henso.com keinen Platz gefunden, aber New York ist die grossartigste Stadt in der ich je gewesen bin. Die Vielfältigkeit von Manhattan - Chinatown, Strassen mit kleinen Häuser mit Vorgärten, Hochhäuser, Einkaufs- und Nicht-Einkaufsstrassen aller Preisschichten, szenige und heruntergekommene Gegenden, luxuriöseste und erschwingliche, Glas und Beton und grosszügiges Grün, alles oft nur Steinwürfe voneinander entfernt - ist einzigartig und das perfekte Gegenteil einer gated community. Meistens verbindet man mit Manhattan nur Financial District, der stellt aber eigentlich nur die unterste Spitze dar. Ich bin sehr froh, dass die New Yorker trotz ihrer unmittelbaren Betroffenheit weniger hysterisch reagieren als ihre Landsleute im Rest der USA. Wenn sich alles beruhigt hat möchte ich gern wieder dorthin.

Ich hoffe, dass an der Stelle des WTC eine Gedenkstätte errichtet wird, anstatt trotzig einen neuen Wolkenkratzer hinzusetzen.

Oops, habe gerade ein SMS gekriegt, dass Login und Logout auf Henso.com nicht funktioniert haben. Sollte vorläufig wieder gehen, werd nach dem Frühstück schauen was los war. Danke, Bruno!

lnk + 3 cmt (katatonik, bruno, hns)
 Saturday, 15. September 2001 

The Guardian: Cracks appear in coalition.

Meanwhile, at the Pentagon: "American strategists face a dilemma as they contemplate a missile strike against Afghanistan: what, exactly, to destroy when so much has already been destroyed."

Must-Read: Mir Tamim Ansary on Afghanistan. "We're flirting with a world war between Islam and the West. And guess what: that's Bin Laden's program." Den Vergleich Bin Ladens mit Hitler halte ich für nicht vollkommen überzogen. Hitler im Exil. Ich habe Bin Laden eine Rede halten sehen, bei der den Zuhörern die Augen herausquollen und der Schaum vorm Mund stand - der Vergleich zu Hitler drängte sich auf, war das einzige, was mir einfiel. Seitdem glaube ich, dass bin Laden gefährlich ist, und zwar nicht wegen einer terroristischen Organisation, der er vorsteht, sondern wegen der ungleich grösseren Zahl an Leuten, denen seine Worte, seine Fatwahs zum Töten von Amerikanern und Juden, göttliche Befehle sind. Die Terrorgruppen sind nur eine Folge davon. Bin Laden ist kein Drahtzieher, ich bitte euch - dazu ist er zu smart, kennt zu sehr die Vorzüge motivierter horizontaler Teams - sondern ein Führer im wahrsten Sinn des Wortes. Die Frage, ob die Attentäter Kontakte zu bin Laden hatten oder ihn persönlich kannten, an deren positiven Beantwortung amerikanische Kriminalisten fieberhaft arbeiten um Afghanistan endlich mit Bomben übersäen zu können, ist deshalb auch völlig zweitrangig. Kriminell ist das Wort, das von bin Laden ausging. Alles nur meine semiinformierte Einschätzung natürlich.

That being said muss ich hinzufügen, dass ich George W. Bush für einen verdammt gefährlichen Idioten halte.

Interview mit Judith Miller, Korrespondentin der NYTimes. "I think what I know, I really know from the millennium cases. Those are the guys who really just knock my socks off. The millennium bombing case, you've got two Americans, Palestinian origin, once again, one a product of business school in California, well-connected Palestinian family, educated in Saudi Arabia and Jordan, college, everything to look forward to. And then a fellow student in northern California convinces him that he can't really experience life as a Muslim without going to Afghanistan. He does and he comes back an absolutely changed man."

"Well I think Osama bin Laden and his networks are very fond of wrapping themselves in the Palestinian cause, and that they say that they're doing this in part to help liberate Palestine from Israeli oppression. My last book looked at the causes of Islamic militancy and I found as I studied militant Islam in 10 different countries that Palestine was very marginal in the thinking of most of these groups and the bin Laden groups. Palestine is a convenient justification for their hatred of the United States, but it is not the cause of their hatred."

"And I think when we study his early speeches and writing, that's what you get, this kind of brewing resentment based on humiliation."

Khilafah.com article about the roots of Arab anger.

Salon.com article pleading to drop the war rhetoric and starting to think about solutions.

Spiegel: "Der Todespilot Mohamed El-Amir alias Mohammed Atta war ein liebenswerter Musterstudent an der TU Hamburg-Harburg. Er betätigte sich in der "Islam AG", schrieb seine Diplomarbeit über die Sanierung der syrischen Stadt Aleppo und hinterließ einen Gästebucheintrag auf einer französisch-syrischen Website." Eben nicht dummes Kanonenfutter, sondern smarte junge Leute mit Überzeugung und genug Grips zum selbst Drähte ziehen.

Mehr Links wie immer auf Scripting.com.

Mozilla 0.9.4 ist da. Läuft sehr angenehm, das sage nicht nur ich.

lnk + 3 cmt (p3k, slauti, kris)

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